Bevor es einen Rückblick gibt: Hier erst einmal eine kurze Erklärung für alle, die nicht vom Fach sind:
Beim Petanque gibt es für die Deutschen Meisterschaften verschiedene Disziplinen: Triplette (3 gegen 3), Doublette (2 gegen 2), Mixte (2 gegen 2, geschlechterübergreifend), Tête-à-Tête (1 gegen 1) sowie Damen (3 gegen 3) und 55+ (3 gegen 3). In Deutschland kann man sich für diese Meisterschaften qualifizieren, indem man erfolgreich an Landesmeisterschaften bzw. Qualifikationen der Landesverbände teilnimmt. Wie weit vorne man landen muss, damit es für die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft reicht, hängt davon ab, wie viele Startplätze es für die jeweilige Region gibt. Im PV Ost werden traditionell zwei bis fünf Startplätze ausgespielt – in einem Turnier, das gleichzeitig die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften sowie die offizielle Landesmeisterschaft für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist.
Mit den Landes- und Deutschen Meisterschaften im Doublette und Triplette wurden im Juli und August dieses Jahr wahrscheinlich die prestigeträchtigsten Turniere des Jahres bestritten. Spoiler: Der Stahlball kommt in der Geschichte ziemlich gut weg …
Landesmeisterschaft Doublette am 5. Juli in Chemnitz + Deutsche Meisterschaft auf der Tromm
Mit mehr als 30 gemeldeten Teams war die Landesmeisterschaft gut besucht und stark besetzt. Wie (fast) immer bei uns im Verband wurden fünf Runden gespielt, aus denen am Ende ein Team als Landesmeister hervorging. Es war heiß und der Platz in Chemnitz ließ zwar viele Kugeln im tiefen Sand versacken, Schatten bot er uns aber leider nicht. Das waren harte Anforderungen, um neben dem Landesmeistertitel einen der drei zu erspielenden Startplätze zu ergattern.
Offensichtlich waren die Bedingungen für die beiden Stahlballer, die sich am Ende den Titel holten, nicht zu hart. Marco und Karl schlugen in der fünften Runde, also im Quasi-Finale, die beiden Madagassen Fenitra und Mihajja. Das ist brutal stark, denn Fenitra und Mihajja sind wahrlich keine No-Names. Fenitra hat schon länger Turniere im Osten und auf nationaler Ebene gewonnen und Mihajja war bereits zweimal im Finale der madagassischen Meisterschaften, die nochmal fünf Klassen höher sind als das deutsche Top-Niveau! Glückwunsch und Respekt an die beiden Stahlballer!

Unter den weiteren Top-Platzierten fanden sich mit Luki, Christina und Fabio drei Stahlbälle auf den Plätzen 5 und 6. Für sie reichte es leider nicht ganz für die Deutsche Meisterschaft.
Zur zwei Wochen später auf der Tromm in Hessen stattfindenden Deutschen Meisterschaft durfte neben Marco und Karl auch Julian mitfahren, der sich durch den Ex-Dresdner Harilala noch einen sogenannten Setzplatz aus dem letzten Jahr gesichert hatte. Marco und Karl schieden nach einem ersten Sieg in der Pool-Phase leider knapp gegen sehr starke Gegner aus Baden-Württemberg aus und konnten ihre starke Leistung von der LM nicht noch weiter steigern. Sie haben sich und den Stahlball aber gut verkauft – die anderen stahlballlosen Ost-Teams konnten keinen einzigen Sieg verbuchen. Lediglich Julian kämpfte sich mit Harilala bis ins 16-tel-Finale, wo die beiden dann aber denkbar knapp mit 12:13 ausschieden. Trotzdem, ein starkes Ergebnis!

Landesmeisterschaft Triplette am 09. August in Dresden und Deutsche Meisterschaft in Ensdorf
Triplette gilt im Pétanque als das anspruchsvollste Format: Man hat nur zwei Kugeln, weniger Rhythmus, längere Wartezeiten und braucht mehr teaminterne Abstimmung und Kommunikation. Für diese Disziplin wurde die Landesmeisterschaft Ost mit 20 Teams bei bestem Boulewetter in Dresden ausgetragen. Wieder einmal waren die Stahlballteams zahlreich vertreten, sowohl mit Kombinationen aus Neulingen und Erfahrenen Teams. Aber nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ stimmte es bei unserem Verein. Nach vier von fünf Runden standen sich mit dem Neustalballer Chris sowie Julian und Juli ein reines Stahlball-Team und das Team um den Stahlballer Hannes sowie seine zwei Kumpanen Thomas und Step gegenüber. Das bessere Ende lag bei den Julians und Chris, wobei letzterer bei seinem ersten Turnier als Vereinsmitglied eine großartige Leistung zeigte und einen perfekten Einstand feierte. Einen ausführlicheren Bericht zur LM gibt es auf der Seite des PV-Ost. Einige Ausschnitte aus der Endphase des Finals sind auf Youtube zu sehen.

Zwei Wochen später stand mit fünf Teams aus dem PV Ost die Deutsche Meisterschaft im saarländischen Ensdorf an. Leider schafften die Ostteams ohne Stahlball-Beteiligung keine größeren Erfolge – einzig eines erreichte mit dem 32tel-Finale die KO-Phase.

Team Chris + Julians startete mit einer denkbar knappen 12:13-Niederlage gegen absolute Kracher (Nationalspieler und ehemalige Deutsche Meister), schloss dann aber nach zwei souveränen Siegen die Pool-Phase erfolgreich ab. Es folgten ein Nervensieg gegen unbequeme Baden-Württemberger im 32tel-Finale und ein bärenstarker Sieg gegen ein etabliertes Bundesliga-Team aus Berlin im 16tel-Finale. Damit war das Achtelfinale und der zweite Turniertag erreicht. Dort war dann leider Endstation gegen routinierte All-Stars aus Baden-Württemberg. Wie man auf Youtube sehen kann, wäre ein Sieg aber absolut drin gewesen!

Team Hannes & Co. erwischte einen sehr starken Pool und musste ein Spiel abgeben, bevor es sich souverän für die K.-o.-Phase qualifizierte. Dort schlugen die drei vor laufender Kamera ein Team aus Bayern und besiegten im darauffolgenden 16tel ein starkes Team aus dem Saarland.

Auch hier war der zweite Tag erreicht – und damit nicht genug: Im Achtelfinale zeigten die drei am Sonntagmorgen ein nahezu fehlerfreies Spiel und warteten dann im Viertelfinale – leider vergeblich – auf das andere Ostteam. Gegen die Gegner, die auch schon die Julian-Chris-Kombi ausgeschaltet hatten, war dann leider Schluss.

Fazit
Auf regionaler Ebene konnte der Stahlball absolut überzeugen: Wir haben die meisten Teams gestellt und außerdem beide Landesmeisterschaften gewonnen. Das ist ein wirklich starkes Ergebnis und zeigt die positive Entwicklung unseres Vereins und seiner Mitglieder.
Auf nationaler Ebene war die DM Doublette für Stahlball okay, für den Verband eher enttäuschend. Das lag jedoch nur bedingt am Stahlball, der als einziges Team überhaupt Siege erzielen konnte und mit dem 16-tel-Finale durch Julian einen starken Achtungserfolg verzeichnen konnte.
Die DM Triplette war für den Verband und den Verein wiederum ein voller Erfolg. Drei Teams erreichten die KO-Phase und zwei (Stahlball!) Ost-Teams spielten am zweiten Tag. Das hat es im Verband noch nie gegeben und ist angesichts der niedrigen Mitgliederzahl ein dickes Ausrufezeichen – sowohl für den Verband aber auch für unseren Verein. Wir sind glücklich und stolz über das, was wir erreicht haben, und hoffen, damit Verein und Verband weiter anzukurbeln. Mal schauen, was nächstes Jahr möglich ist!